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Kindliche und jungendliche Inkontinenz

Bei Kindern und Jugendlichen unterscheidet man zwischen reinem Bettnässen, Enuresis genannt, und kindlicher Inkontinenz

In Deutschland sind es zwischen 10 und 15 Prozent der Fünf- bis Zwölfjährigen, denen ab und zu Urin ins Bett oder in die Hose geht. Und ebenso wie bei Erwachsenen wird auch dieses Thema bei Kindern stark tabuisiert. Dafür gibt es keinen Grund! Weder die Kinder noch ihre Eltern müssen sich mit Scham oder gar Schuldgefühlen quälen, denn bis zum fünften Lebensjahr ist es völlig normal, dass es bei Kindern hin und wieder zu unkontrolliertem Urin lassen kommen kann. Älteren Jungen und Mädchen kann auch außerdem gut geholfen werden.

Eltern sollten daher mit ihren Kindern zum Kinderarzt oder einem auf Kinder spezialisierten Urologen gehen, damit die Ursache des Einnässens abgeklärt und die Sache fachgerecht behandelt werden kann.

Enuresis – wenn das Kind nur nachts Urin verliert

Man unterscheidet zwischen reinem Bettnässen, Enuresis genannt, und kindliche Inkontinenz. Bettnässen liegt für sie vor, wenn ein Kind nach seinem fünften Lebensjahr mindestens zwei Nächte im Monat im Schlaf Urin verliert, ohne dass es einen Harnwegsinfekt hat oder tagsüber ins Höschen macht. Das ist die häufigste Form des Einnässens; rund 33 Prozent der Fünfjährigen nässen nachts noch ein. Bei etwa 15 Prozent der betroffenen Kinder bilden sich die Symptome jedoch innerhalb von zwei bis drei Jahren von alleine zurück und müssen nicht behandelt werden.

Verzögerte Entwicklung kann oft psychische Gründe haben

Die kindliche Inkontinenz hat verschiedene Ursachen, die noch nicht vollständig geklärt sind. Urologen glauben, dass Verzögerungen in der Entwicklung des Kindes eine entscheidende Rolle spielen kann, indem zum Beispiel die Kapazität der Blase nicht dem Alter entsprechend ausgebildet ist. Ein anderer möglicher Grund ist, dass die Hirnanhangdrüse zu wenig des antidiuretischen Hormons (ADH) herstellt und der Körper deshalb übermäßig viel Urin in der Nacht produziert. Manche Kinder bemerken auch einfach den Druck auf ihrer Blase nicht, weil sie zu tief schlafen.
Ein weiterer, nicht zu unterschätzender Faktor können auch falsche Trinkgewohnheiten sein. Trinken die Kinder tagsüber zu wenig, fehlt ein wichtiger Reiz zur Vergrößerung der Blasenkapazität. Wenn sie dann abends das Trinken nachholen, wird die Blase überlastet, da der Körper die ganze Flüssigkeit nachts verstoffwechselt. Auch psychische Ursachen oder Verhaltensstörungen können zu Einnässen führen.

Inkontinenz – wenn das Kind ins Bett macht und sich auch tagsüber einnässt

Bei einer kindliche Inkontinenz kann das Kind zwar ebenfalls nachts einnässen, es hat aber auch tagsüber Schwierigkeiten mit dem Wasserlassen. Diese können sich in Form von Einnässen äußern. Aber auch wenn der Harndrang sehr plötzlich einsetzt, oder das Kind auffällig oft zur Toilette geht, den Urin aufhält und beim Wasserlassen Brennen oder Schmerzen verspürt oder an Harnwegsinfekten leidet, sprechen Ärzte von kindlicher Harninkontinenz. Sie betrifft 15 bis 20 Prozent der einnässenden Kinder. Mitunter ist die kindliche Harninkontinenz oft nur schwer von der Enuresis zu unterscheiden, da Tagsymptome oft kompensiert oder verdeckt werden

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